You Will Do This

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Ziel: Ironman

Am 14. Juli 2013, zwei Jahre nach meinem 1. Triathlon überhaupt, war das große Ziel erreicht: Im Ziel bei der Challenge Roth. Dream Coming True! Zeit: 9h 17min (Patz 68 bei rund 3500 Startern).

Erstes Saisonhighlight – Platz 53 bei der Challenge Kraichgau

WettkämpfePosted by Marko Thu, June 13, 2013 00:21:27
Nachdem der Morgen des 9. Juni ziemlich miserabel begann, hat sich das Blatt am Ende doch noch zum Guten gewendet. Vielen Dank auch an die tollen Moderatoren am Start, die vielen freiwilligen Helfer und vor allem die Zuschauer an der Strecke! Ohne euch hätte die ganze Quälerei überhaupt keinen Spaß gemacht :)

v.l.n.r.: Commander, Andi Raelert und ich am Tag vor dem Wettkampf

Aber zurück zur harten Realität eines Wettkampfmorgens. Das erste Hindernis war es, vom Hotel zum Start zu kommen. Ich hatte mich für die 15 Kilometer auf den Shuttle-Bus verlassen, der dann aber nur für die Zuschauer in der Zeit nach dem Start verkehrte. Da stehst du da mit deinem Neo und den Wechselbeuteln... Zum Glück fand ich beim Frühstück einen anderen Starter, der in seinem Auto nebst Frau und Tochter noch einen Platz frei hatte. Check.

Schon während der Fahrt zum See ging ein übles Gewitter mit sintflutartigem Regen los. Der Feldweg zum Start glich einer Schlammpiste. Es war klar, dass man das Rennen bei Gewitter nicht starten würde, also hieß es warten. Ich zog in Ruhe den Neo bis zur Hüfte an und behielt die restlichen Klamotten inklusive der Schuhe so lange wie möglich an, um nicht auszukühlen. Die Moderatoren der Challenge ließen sich nicht irritieren und verbreiteten über die überdimensionalen Boxen weiter gute Laune und spielten coole Musik. Ein Lob an euch, ihr habt damit vielen Teilnehmern die Stimmung gerettet!

Das waren die echten Bojen beim Schwimmen. Es gab auch noch andere...
Quelle: www.challenge-kraichgau.com

Der Start wurde 2x verschoben. Zwischenzeitlich lag das Thema Rennabbruch in der Luft. Geschätzte 100+ Teilnehmer brachen den Wettkampf freiwillig ab – das Risiko eines Sturzes auf regennasser Fahrbahn war ihnen einfach zu hoch. Kurz darauf die ersehnte Nachricht: Um 10 Uhr ist Start für die Profis, ich war in Gruppe 4 um 10:30 Uhr dran. Check.

Als mein Startschuss fiel, waren viele Schwimmer der ersten Gruppe schon mit der 1,9 Kilometer langen Runde fertig und stiegen aufs Rad. Die würde ich sicher nicht mehr kriegen ;) Für mich dauerte das Schwimmen 33:39 Minuten. Neben meiner eher "moderaten" Schwimmleistung lag das auch an den langsamen Brustschwimmern (!) der vorherigen Gruppen, die plötzlich wie Bojen vor mir auftauchten und die es auf Umwegen zu umschiffen galt.

Höhenprofil der Radstrecke. Immer mal wieder ein Hügel, aber machbar.
Quelle: www.challenge-kraichgau.com

Nach dem Landgang ging es gleich Barfuß in die überfluteten Radschuhe und ab auf die 90 Kilometer lange, hügelige Runde. Jetzt begann der Spaß erst richtig, denn ich war relativ weit hinten gestartet und konnte so Hunderte (!) andere Teilnehmer überholen. Fast wäre es nicht dazu gekommen, denn um Haaresbreite hätte ich nach wenigen Kilometern im Graben gelegen – hatte vergessen, die Vorderradbremse nach dem Transport wieder zu schließen. Dummer Fehler, aber nochmal Glück gehabt. Auch später hatte ich an der Stelle Glück, wo jemand Glasscherben auf die Strecke gekippt hatte und geschätzte 50+ Teilnehmer einen (oder zwei) Platten hatten...

Ab der Hälfte der Radstrecke war das Wetter so gut, dass die Straße trocken war. Jetzt konnte ich richtig draufdrücken. Mit 2:30:34 Stunden erreichte ich am Ende sogar noch meinen zuvor angepeilten 36er Schnitt! Und ja, eine harte Radtaktik ist riskant wegen des anschließenden Halbmarathons, für den man sich ja Kraft aufsparen sollte. Aber die Idee war es, auf dem Rad ordentlich Druck zu machen und zu schauen, ob und wie stark sich das auf meine Laufleistung auswirkt.

Das harte Bahntraining auf dem Sanderrasen (Foto) hat sich ausgezahlt!

Die Antwort: Laufen ging trotz der harten Radtaktik erstaunlich gut! Ich schaffte den Halbmarathon trotz ordentlicher Hitze und der deutlichen Vorbelastung in 1:29 Stunden, wobei die letzte der 3 Runden eine ziemliche Quälerei war. Und ich muss zugeben, dass mein Körper während des Halbmarathons nur aufgrund des ständigen Gel-, Cola- und Isokonsums weiter gut funktionierte.

Nach 21 Laufkilometern dann die Erlösung an der Ziellinie mit einer Gesamtzeit von 4:38 Stunden
(meine langsamen Wechselzeiten haben nochmal 2-3 Minuten extra gekostet). Nichtsdestotrotz, persönliche Bestleistung.

Mein hart verdientes Zielfoto :)

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Keine 2 Jahre nach meinem ersten Triathlon überhaupt stehe ich nun vor der großen Herausforderung einer Ironman-Distanz bei der Challenge Roth. Ohne Pannen und frühzeitiges Überzocken ist eine Traum-Zielzeit von unter 10 Stunden in greifbarer Nähe. Feuer frei für die heiße Vorbereitungsphase!

Wer Kommentare hat, ebenfalls Feuer frei. Freue mich, wenn jeder seinen Senf dazugibt :)

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