You Will Do This

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Ziel: Ironman

Am 14. Juli 2013, zwei Jahre nach meinem 1. Triathlon überhaupt, war das große Ziel erreicht: Im Ziel bei der Challenge Roth. Dream Coming True! Zeit: 9h 17min (Patz 68 bei rund 3500 Startern).

Dinge, die man getan haben muss: Einen Wettkampf ganz entspannt laufen

WettkämpfePosted by Marko Mon, September 29, 2014 10:01:52
"Wenn doch nur diese blöde Hüftverletzung nicht wäre..." Es ist Samstag, der 28. September 2014, Termin für den 1. Mailtal-Trail-Lauf über 28 km. Stellt euch vor, ihr seid schon lange angemeldet, aber könnt keinesfalls ernsthaft mitmachen. Und jeder, den ihr fragt, rät euch dazu, es einfach sein zu lassen. Also macht ihr mit :)

Die Idee: Wirklich (!) locker laufen, unterwegs mit anderen quatschen, Landschaft genießen. Und genau so kam es dann auch. Am Start wurde mir etwas mulmig, weil die versammelte Ultra-Gemeinde mit Trinkrucksäcken, Trail-Schuhen und Erste-Hilfe-Paketen im Gepäck anrückte. Auf was hatte ich mich da nur eingelassen? Als Trail-Neuling hat man natürlich nichts von alldem dabei (und auch die Ausschreibung nicht gelesen, in der ein Hinweis stand, dass all das zur Teilnahme obligatorisch ist). Nun ja, scheinbar hat es dann doch niemanden interessiert. Also Startschuss und los gings - wie geplant im Schneckentempo.


Und es war eine super Sache! Gut, ihr könnt euch sicher vorstellen, wie man mit den Straßen-Laufschuhen auf den Matsch-Passagen ordentlich ausrutscht, aber auch das geht vorbei. Es war ein echtes Erlebnis, locker zu laufen und zur Abwechslung statt permanenter Quälerei etwas von der Landschaft zu sehen. Man kann fast die ganze Zeit mit dem Nebenmann oder der Nebenfrau quatschen. Noch besser aber: Ausgiebige Pausen an den Verpflegungsstationen! Endlich mal essen, was das Herz begehrt: Obst, Keske, Nüsse, Käse und sogar Wurst (!). Und das ohne anschließende Magenprobleme dank lockeren Lauftempos.

Fazit: Probiert es mal aus, einen Wettkampf langsam zu laufen. Am besten natürlich einen Trail-Lauf, wo man die Natur genießen kann. Ein klasse Erlebnis und eine gute Trainingseinheit dazu. Und da ihr euch dabei nicht auspowert, seid ihr auch den restlichen Tag noch fit und habt keinen Muskelkater!

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Mein erster Triathlon-Sieg, oder der "unmögliche" Moment

WettkämpfePosted by Marko Sun, August 03, 2014 15:39:27

Es war eigentlich immer nur ein Traum. Ein Traum, den viele Amateursportler träumen: Nur einmal als erster über die Ziellinie zu gehen.

Dieser Traum wurde für mich letzten Sonntag, am 27. Juli 2014, Wirklichkeit. Völlig unerwartet konnte ich beim Triathlon in Hofheim die Mitteldistanz gewinnen! Was eigentlich als Vorbereitungsrennen für die eine Woche später stattfindende Mitteldistanz in Erlangen gedacht war, entwickelte sich zum fast schon verzweifelten Kampf, die überraschende Führung bis ins Ziel zu verteidigen.

Der "unmögliche" Moment. Quelle: M. Schweiger, www.mainpost.de

Der Schwimmstart erfolgte um 09:30 Uhr im Ellertshäuser See. Zwei Runden zu je 950 Meter, dazwischen ein kurzer Landgang. Auf Platz 11 liegend kam ich aus dem Wasser, brauchte aber eine gefühlte Ewigkeit, um aus dem Neo zu kommen. Dann aufs Rad, wie immer in minimalistischer 5-Euro Badehose, und Feuer frei für die gewohnte Aufholjagd. Schnell konnte ich einen nach dem anderen einsammeln. Etwa bei Kilometer 30 dann die faustdicke Überraschung: "Ist das tatsächlich das Führungsmotorrad da vorn???" Nach kurzem Zweifeln die Erkenntnis, dass es jetzt eines Strategiewechsels bedurfte: "Vollgas bis aufs Letzte".

Ich zog das Tempo an, ging in Führung, und gab alles, um schnell eine große Lücke zu reißen. Erst viele Kilometer später nach einer scharfen Kurve der Blick nach hinten und die Gewissheit, dass vorerst keiner folgen konnte. Dennoch fortlaufend der Gedanke: "Jeden Moment kommt einer von hinten, und dann war's das." Ich hatte noch nie auch nur für eine Sekunde ein Rennen angeführt, sodass mich dieses ungute Gefühl dauernd antrieb, noch ein bisschen stärker in die Pedale zu treten. Ich wusste, dass ich sicher nicht der stärkste Läufer an diesem Tag bin und meine Radstärke essenziell sein würde, um die Führung so lange wie möglich zu verteidigen. Der Glaube ans Podest: Ja. An den Sieg? Zu diesem Zeitpunkt nie und nimmer.

Dann, etwa 10 Kilometer vor dem Wechsel zum Laufen der ernüchternde Moment, den ich schon lange befürchtete: Ich wurde an einem Anstieg einkassiert. Bis zum Wechsel war eine Lücke von fast 1 Minute entstanden. Jetzt volles Risiko, einen schnellen Wechsel hinlegen, Socken weglassen, und die Lücke zulaufen. Der Plan ging auf, mein Gegner wechselte viel langsamer und ich ging gleich zu Beginn der Laufstrecke wieder in Führung.

Ab jetzt war es mit dem Spaß allerdings vorbei. 30 Grad, Sonne, von Anfang an eine Druckstelle am Fuß und die ständige Angst, erneut einkassiert zu werden. Schon in der ersten von insgesamt vier Runden spürte ich, dass es mit dem Fuß wohl kein gutes Ende nehmen würde. Dazu wegen der Hitze auf jeder Runde 3x Wasser über den Kopf zur Kühlung, was aber bis in die Schuhe lief und die Haut weiter aufweichte. Ich hatte gut geplant und noch zwei Gels dabei, die ich Drittel-weise an den Verpflegungsstellen Stück für Stück aufbrauchte; eine super Taktik, viel besser als ein ganzes Gel auf einmal.

Nach der zweiten Runde erste Gedanken ans Aufgeben, ich hatte mein Limit erreicht. Dann sofort wieder verdrängen, die Ziellinie visualisieren, und das Gefühl vorstellen, es wirklich als Erster zu schaffen. Geglaubt habe ich das auch nach der dritten Runde noch nicht. Plötzlich Schritte von hinten, kurz darauf das Überholmanöver; zum Glück nur der Führende der olympischen oder der Sprint-Distanz, was für eine Erleichterung! Wenig später erneut Schritte, und wieder glaubte ich, das wäre es gewesen. Aber nur der Zweite einer der anderen Distanzen!

Allerdings spürte ich, wie sich Hornhaut am Fuß löste und zusammenrollte, als ich bei jedem Schritt auftrat. Spätestens jetzt hätte ich unter normalen Umständen aufgegeben. Aber wenn du Erster bist, dann läufst du, bis der Fuß abfällt! Ich war körperlich inzwischen völlig am Ende, und nur der Gedanke an die Ziellinie ließ mich meine Pace in etwa aufrechterhalten. Dann sagte mein Radbegleiter einen Kilometer vor dem Ziel: "So, jetzt Schlussspurt!". Ich hatte mich kein einziges Mal umgedreht, und ihn am Anfang des Laufens gebeten, mir nicht zu sagen, ob jemand von hinten aufläuft oder nicht. Was auch immer dieser Kommentar bedeutete, ich gab jetzt nochmal alles, was noch irgendwie an Energie zu mobilisieren war. Tunnelblick. Nichts zählte außer der Ziellinie, es war wie im Rausch. Etwa 200 Meter vor dem Ziel Anfeuerungsrufe, dann die Kurve zur Zielgeraden, die Schmerzen plötzlich weg. Jetzt wusste ich, dass es reichen wird. Noch 100 Meter, Leute klatschten links und rechts, oben der Zielbogen.

Dieser Moment, den du dir in unzähligen Trainingseinheiten gedanklich ausgemalt und dennoch nie für realistisch gehalten hast. Dieser unmögliche Moment, der plötzlich Wirklichkeit wird. Ein Wahnsinns-Gefühl! Und ein Moment, da bin ich mir sicher, den sich jeder Sieger ein Leben lang erinnert.

Endlich ein richtiger Pokal für die ganze Quälerei!

Im Ziel kurz durchschnaufen, Gratulation vom Wettkampfrichter, kurzes Statement ins Mikro. Der Zweit- und Drittplatzierte plötzlich auch schon da. Dann kommen die Schmerzen zurück. Hinsetzen, schnell noch ein Video-Interview. Die Sanitäter kommen vorbei, desinfizieren die Wunde (höllische Schmerzen) und legen mir einen dicken Verband an. Leider gab's keine Schmerztabletten. Ein paar Stunden später die Siegerehrung: Pokal, Preisgeld, Sachpreise, Erinnerungsfotos. Einfach Wahnsinn!

Die Saison ist nun zwar gelaufen, und eine Woche nach dem Wettkampf bin ich immer noch mit Krücken unterwegs. Aber das war es locker wert!

Hier der Link zum Zielinterview (Klick)

Und zu einem Presseartikel (Klick)


In Zukunft dann immer mit Socken laufen ab Mitteldistanz :)

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Challenge Kraichgau 2014: Die Latte lag zu hoch

WettkämpfePosted by Marko Fri, June 20, 2014 13:23:56
Der Kraichgau war auch in diesem Jahr wieder Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Triathlon auf der Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen). Insgesamt waren ganze 17 Starter unseres Vereins SV Würzburg 05 für den Wettkampf gemeldet, bei dem ein Feld von mehr als 2000 Teilnehmern startete. Fast schon eine Vereinsmeisterschaft also. Mein Ziel war es, die 4:38:14 Stunden Gesamtzeit aus dem Vorjahr zu unterbieten und möglichst vor den Vereinskollegen ins Ziel zu kommen.

2 Tage Carboloading mit Vereinskollegen, essen von früh bis spät. Pizza, Kuchen, Muffins. Vielen Dank an die Mädels fürs Backen, am Ende haben wir alles geschafft! Foto: Commander

Anders als 2013, als ein Gewitter den Wettkampf beinahe ausfallen ließ, spielte das Wetter diesmal optimal mit. Die Wassertemperatur erlaubte gerade noch das Schwimmen mit Neoprenanzug. So ging es für mich am Sonntag, den 15. Juni um 09:05 Uhr - direkt nach den Profis - ins Rennen. Das Schwimmen lief dank Neo recht gut. Einziger Zwischenfall war ein plötzlicher Fußtritt meines Vordermanns mittens ins Gesicht, gefolgt von kurzzeitigem Nasenbluten. Zum Glück war aber keine Schwimmpause notwendig, ich konnte normal weitermachen. Insgesamt war die das Schwimmen mehr als 1 Minute schneller als im letzten Jahr.

Weiter ging es mit der zweiten und längsten Disziplin, dem Radfahren. Hier wollte ich meine Stärke ausspielen, also hieß die Devise ganz klar "Vollgas". Nachdem ein anderer Teilnehmer meinen Wechselbeutel geklaut hatte, musste ich ohne Pulsuhr fahren (aber zum Glück mit Radschuhen, die nicht im Beutel, sondern direkt am Rad waren). Gefühlt lief es richtig gut, doch am Ende war die Zeit wegen der widrigen Windverhältnisse rund 3 Minuten über Vorjahr. Eine kleine Enttäuschung.

Turbulenter Schwimmstart. Wie immer flogen Arme und Beine umher, was das Zeug hält. Außer einem Tritt ins Gesicht ging zum Glück alles gut. Foto: Kristin

Nach dem Radfahren folgte der finale Halbmarathon mit moderatem Höhenprofil durch Bad Schönborn. Hier kann man es sich erfahrungsgemäß nochmal richtig geben. Das Motto: erste Runde locker, zweite Runde Tempo halten, dritte Runde kämpfen. Nicht wenige Triathleten mussten gegen Ende - angefeuert durch viele begeisterte Zuschauer - ordentlich die Zähne zusammenbeißen, um sich durchzukämpfen. Gefühlt war die dritte Runde wieder mal Hölle, aber es hat dennoch zu einer ganz guten Zeit gereicht, knapp eine Minute langsamer als 2013. Belohnt wurden alle Athleten durch einen roten Teppich zur Ziellinie und die Durchsage des eigenen Namens vom Moderator, um anschließend direkt die Finisher-Medaille zu erhalten. Ein großartiges Gefühl für jeden Teilnehmer, diesen Moment zu erleben!

Insgesamt habe ich das Ziel, die Vorjahreszeit zu schlagen, um eine Minute verfehlt, was hauptsächlich an der schlechteren Radzeit lag. Die Latte aus dem Vorjahr, als ich für die Ironman-Distanz trainierte, lag einfach zu hoch. Von allen Startern unseres Vereins landete ich hinter Jan Diekow, der eine starke Radzeit ablieferte, auf dem 2. Platz. In der Gesamtwertung reichte es zu Platz 79 (Vorjahr: 53), in der Altersklasse M30 zu Platz 25 (Vorjahr: 17).

Hier meine genauen Spilts:

Swim 00:32:11
Trans 1 00:02:32
Bike 02:33:37
Trans 2 00:01:23
Run 01:29:40
Gesamt 04:39:21



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Legendärer Kandelberglauf, 1. Versuch

WettkämpfePosted by Marko Sun, May 11, 2014 17:41:38
Kenn ihr das auch? Eine Startnummer zu bekommen, bei der man denkt, das könnte gleichzeitig die spätere Platzierung sein? So ging es mir gestern bei meinem ersten Berglauf, dem legendären Kandelberglauf. Legendär? Ihr werdet gleich sehen, warum...

Startnummer 59 bei einem starken Starterfeld. Ein gutes Omen?

Malle-Trainingslager-Kollege Kevin, in nach seiner Bestzeit beim Freiburg Halbmarathon in Topform, hatte übrigens die Startnummer 3. Ein gutes Omen!? Ein schlechtes Omen war jedenfalls, dass sich wenige hundert Meter nach dem Start eine riesige Traube an Läufern vor mir hielt und es während des Laufs immer klarer wurde, warum das Event "legendär" ist: ein richtig starkes Starterfeld, regelmäßig Regen und Kälte oben am Berg (auch diesmal), und 950 Höhenmeter auf 12,2 Kilometer Laufstrecke – das sind durchschnittlich 7,7% Steigung!

"Nie wieder runter" – das Höhenprofil sagt alles! Quelle: www.badische-zeitung.de

Eins kann ich euch sagen: Bevor ihr mal einen Berglauf mitmacht, trainiert vorher auch Berglauf. Habe ich leider nicht gemacht. So ein Berg kann verdammt lang und steil sein. Ich habe mangels Erfahrung auf die Taktik "gleichmäßig nach Puls laufen" gesetzt und versucht, einen konstanten Puls von 178 Schlägen pro Minute zu halten. Das ist genau der Bereich, von dem ich weiß, dass ich es durchhalte. Wenns auf 180 oder höher geht, droht ein Einbruch.

So habe ich meinen ersten Berglauf ganz gut über die Runden gebracht. Schneller geht's beim nächsten Mal sicher auch, aber gelernt habe ich etwas ganz anderes: Immer mal einen Berglauf als intensive Laufeinheit (GA2) ins Training einbauen. Am Berg kommt der Puls schön hoch und man kann gut Kraft aufbauen. Somit war die Quälerei (das war es wirklich) gestern nicht umsonst. Danke Kevin für den Tipp zur Teilnahme und danke euch für Kost und Logie. Nächstes Jahr reichts sicher für Startnummer = Platzierung!





















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Es ist vollbracht – Wettkampfbericht zur Challenge Roth

WettkämpfePosted by Marko Sun, July 21, 2013 12:13:20
Noch nie habe ich mich so gequält wie auf den letzten 15 km in Roth. Aber es hat sich am Ende alles gelohnt! Auch das monatelange Training für den Start in der "Triathlon Traumfabrik", bei der Challenge Roth.

Vorab ein großes Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt oder via Live-Stream oder sogar direkt an der Strecke zugeschaut haben!!! Außerdem danke an meine Vorbilder, die schon zuvor einen Ironman gefinisht und damit (unbewusst) die Motivation geliefert haben, es auf der Langstrecke zu versuchen: Alexis Eisenhofer, André Stagge und Scott Redler.

Tausend Dank an Malte Ohlmeier fürs Verleihen von Scheibe und Zipp-Vorderrad!

Die Nacht vor dem Wettkampf konnte ich nur 2-3 Stunden mit Unterbrechungen schlafen, aber das hat gereicht. Aufstehen um 04:00 Uhr, Brötchen mit Honig essen, viel trinken, Ultra Starter für die Fahrt nach Roth und die Trinkflasche mit Iso und Honig fürs Rad anrühren. Dann rein in Badehose und Oberteil und ab ins Auto. Am Start die Reifen auf 8 Bar gepumpt, Energieriegel verdrückt, ab aufs Dixie und dann in den Neo geschlüpft.

Mein Start war um 07:20 Uhr – da waren die ersten Profis schon fertig mit Schwimmen. Habe relativ wenig Wasser geschluckt, aber es war ein ziemliches Gedrängel an den Wendebojen. Einmal Ferse ins Gesicht geschlagen bekommen, aber nur ein kleiner Kratzer. Unangenehm war das Wunderscheuern im Nacken vom Neoprenanzug; da sollte später bei Marathon noch ordentlich Salz und Sonnencreme in die Wunde laufen...

Start der Profis um 06:30 Uhr. Foto: DTU

Raus aus dem Wasser und ab aufs Rad. Jetzt flogen die Fetzen! 7000 Trainings-kilometer seit Januar plus die super Laufräder von Malte machten sich doppelt bezahlt. Auf den 180 km – wie versprochen a la Faris al Sultan in Badehose OHNE Sitzpolster – überholte mich kein einziger Teilnehmer dauerhaft. Das Motto auf dem Rad: Alles an Riegeln und Gels reinstopfen, was geht, und von Anfang an auf Tempo fahren. Das Ergebnis war eine fantastische Radzeit mit einem knapp 38er Schnitt.

Dann der Wechsel zum Laufen. Nebenbei rechnen. Und mein einziger großer Fehler in diesem Wettkampf: Die wahnwitzige Idee, den Marathon in 3:03 zu laufen und Sub-9 zu finishen. Bei Kilometer 10 wurde mir klar, dass es auf keinen Fall reichen würde. Das Problem: Ich war diese Strecke in rund 43 Minuten gelaufen – zu schnell. Ein typischer Anfängerfehler im Marathon, und natürlich erst recht mit der Vorbelastung in einer Langdistanz. Also etwas Tempo raus, möglichst gleichmäßig laufen und hoffen, dass der Einbruch so spät wie möglich kommt, oder bestenfalls gar nicht. Leider blieben mir die Konsequenzen nicht erspart. Ziemlich genau bei Kilometer 27 begann das große Leiden...

Tausende Räder in der Wechselzone, fein säuberlich nach Nummer geordnet.

Die letzten 15 km im Marathon waren die Hölle. Ich bekam Magenkrämpfe und konnte praktisch nichts mehr trinken, und wenn, dann wurden die Krämpfe nur noch schlimmer. Also blieb ich ab Kilometer 30 "trocken". Die Sonne brannte und es war heiß. Damit war klar, dass es körperlich und mental von Schritt zu Schritt bergab gehen würde. Ab und zu ein Schluck Cola in den Mund, damit zumindest etwas Zucker über die Schleimhaut ins Blut kommt, dann spuckte ich das Zeug wieder aus.

Zwei Kollegen auf der Laufstrecke, mit denen ich mich zuvor kurz unterhalten hatte und die in etwa mein Tempo liefen, waren die vorläufige Rettung. Ich hing mich an ihre Fersen. Kopf, Magen und Beine sagten: "Halt an, mach langsamer, lass abreißen!". Aber ich musste dran bleiben, koste es was es wolle. Auf keinen Fall abreißen lassen! Wenn du in dem Zustand eine 10 Meter-Lücke hast, ist der Wille gebrochen und der Zeitverlust bis ins Ziel riesig. Mit jedem Kilometer wurde es schlimmer. Ich hämmerte mir immer wieder den Spruch ein, der mich im Vorfeld so motiviert hatte: "You Can Give Up, And They Won't Care. But YOU Will Always Know!". Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lang jeder einzelne Kilometer war. Es schien einfach endlos, und die Sonne brannte und brannte. Zwischendurch dachte ich immer wieder, es reicht nicht mehr.

Ein Rennen entscheidet sich in den schwachen Momenten. Hier meine beste Durchhalteparole, vielleicht könnt ihr sie ja auch mal gebrauchen...

Bei Kilometer 39 stand es endgültig auf der Kippe. "Noch 15 Minuten laufen" schien unmöglich. Ich war am Ende. Nur noch Tunnelblick und Dauerbefehl an die Beine, um jeden Preis das Tempo zu halten. Und irgendwie hat es dann doch noch gereicht. Der rote Teppich begann. Links und rechts klatschende Zuschauer, der Moderator sagte meinen Namen und die Zeit durch. Doch das übliche Hoch, was man auf der Ziellinie hat, blieb aus. Ich wollte nur noch, dass es endlich vorbei ist...

Beim Anhalten dachte ich, es haut mich um. Das dachten die Sanitäter wohl auch, aber ich sagte es würde gehen, nur Wassermangel. Medaille und Finisher-Shirt waren egal, nur ein Gedanke: Trinken, trinken, trinken, und dann Hinlegen! Es dauerte 2 Stunden, bis ich wieder aus dem Ziel-Zelt heraushumpelte und es zu meinen Eltern, Geschwistern und Freunden schaffte, die mich an der Strecke angefeuert hatten und die im Ziel warteten. Erst jetzt setzte sich langsam die Freude über das Ergebnis durch. Und vor allem darüber, dass ich mich selbst besiegt habe – ein fantastisches Gefühl, das ich jedem Sportler nur wünschen kann. Dafür hat sich die ganze Quälerei gelohnt!

Verluste: 2 Zehennägel, rund 10.000 Kalorien, unzählige Liter Schweiß, einige Stückchen Nackenhaut

Meine Zeiten:

Schwimmen - 3,8km - 1:07:09 (Platz 687)
Wechsel 1: 0:02:08
Rad - 180km - 4:46:12 (Platz 53)
Wechsel 2: 0:01:32
Laufen - 42km - 3:20:49 (Platz 104)
Gesamt - 9:17:48 (Platz 68)

Pinkelpausen: keine!





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So blamiert man sich in der Wechselzone

WettkämpfePosted by Marko Mon, July 01, 2013 23:42:33
"Alles was schief gehen kann, wird schief gehen". Das weiß jeder, der Murphy's Law kennt. Früher oder später erwischt es jeden. Letzten Sonntag bei der Deutschen Meisterschaft über die Olympische Distanz in Düsseldorf war ich an der Reihe.

Ganz so schlimm war es nicht :) Quelle: www.wikipedia.org

Panne 1: Erstmals hab ich mir beim Schwimmen die Brille runterhauen lassen. Habe ich sonst immer nur bei den anderen gemacht. Aber Scherz beiseite: Für die 1,5km im Wasser war "Prügelei" die treffendste Bezeichnung. Habe noch nie so ein Gerangel erlebt!

Panne 2: Standet ihr schonmal orientierungslos in der Wechselzone und habt verzweifelt euren Wechselplatz gesucht? Bin einmal komplett durchgerannt (das war ziemlich weit) und wieder zurück, und selbst dann musste ich noch suchen... Sah aus der Zuschauerperspektive bestimmt lustig aus. Und dabei auch noch den Helm-Verschluss aufgemacht und ein "Haaalt. Helm zu!!!" von der aufmerksamen Wettkampfrichterin kassiert. Ergebnis: Über 5 Minuten Wechselzeit vom Rad zu Laufen, eine absolute Blamage...

Panne 3: Eigentlich kann ja bei knapp 10km Laufen nix schief gehen. Denkste. Nach 2km höre ich ein Klacken, drehe mich um und sehe das seit fast 2 Jahren bewährte Laufstil-Startnummernband samt Startnummer auf dem Boden liegen. Hätte ich nie gedacht, dass sich der komplette Verschluss aufdröseln kann... Also umdrehen, aufheben und die restlichen 30+ Minuten mit der Nummer in der Hand laufen. Ist mal was anderes, die Hände hast du ja beim Laufen eh frei :)

Malle-Trainingskollege Ralf fix und fertig im Ziel. Stark durchgehalten beim Laufen!

Fazit: Aus den Fehlern lernen und Abhaken. War alles halb so wild, es hat wohl sogar noch für die Quali zur Triathlon-WM in London gereicht. Und den blamablen Fehler in der Wechselzone mache ich sicher kein zweites Mal! Es hätte auch schlimmer kommen können, immerhin blieb mir ein Platten oder gar Sturz erspart. Also alles paletti. Nur in Roth in 2 Wochen wäre es schön, wenn alles glatt geht :)

Schwimmen - 1,5km - 27:03 (Platz 127)
Rad - 40km - 58:58 (Platz 62)
Laufen - 9,6km - 36:56 (Platz 52)
Gesamt - 2:10:34 (Platz 88)

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Erstes Saisonhighlight – Platz 53 bei der Challenge Kraichgau

WettkämpfePosted by Marko Thu, June 13, 2013 00:21:27
Nachdem der Morgen des 9. Juni ziemlich miserabel begann, hat sich das Blatt am Ende doch noch zum Guten gewendet. Vielen Dank auch an die tollen Moderatoren am Start, die vielen freiwilligen Helfer und vor allem die Zuschauer an der Strecke! Ohne euch hätte die ganze Quälerei überhaupt keinen Spaß gemacht :)

v.l.n.r.: Commander, Andi Raelert und ich am Tag vor dem Wettkampf

Aber zurück zur harten Realität eines Wettkampfmorgens. Das erste Hindernis war es, vom Hotel zum Start zu kommen. Ich hatte mich für die 15 Kilometer auf den Shuttle-Bus verlassen, der dann aber nur für die Zuschauer in der Zeit nach dem Start verkehrte. Da stehst du da mit deinem Neo und den Wechselbeuteln... Zum Glück fand ich beim Frühstück einen anderen Starter, der in seinem Auto nebst Frau und Tochter noch einen Platz frei hatte. Check.

Schon während der Fahrt zum See ging ein übles Gewitter mit sintflutartigem Regen los. Der Feldweg zum Start glich einer Schlammpiste. Es war klar, dass man das Rennen bei Gewitter nicht starten würde, also hieß es warten. Ich zog in Ruhe den Neo bis zur Hüfte an und behielt die restlichen Klamotten inklusive der Schuhe so lange wie möglich an, um nicht auszukühlen. Die Moderatoren der Challenge ließen sich nicht irritieren und verbreiteten über die überdimensionalen Boxen weiter gute Laune und spielten coole Musik. Ein Lob an euch, ihr habt damit vielen Teilnehmern die Stimmung gerettet!

Das waren die echten Bojen beim Schwimmen. Es gab auch noch andere...
Quelle: www.challenge-kraichgau.com

Der Start wurde 2x verschoben. Zwischenzeitlich lag das Thema Rennabbruch in der Luft. Geschätzte 100+ Teilnehmer brachen den Wettkampf freiwillig ab – das Risiko eines Sturzes auf regennasser Fahrbahn war ihnen einfach zu hoch. Kurz darauf die ersehnte Nachricht: Um 10 Uhr ist Start für die Profis, ich war in Gruppe 4 um 10:30 Uhr dran. Check.

Als mein Startschuss fiel, waren viele Schwimmer der ersten Gruppe schon mit der 1,9 Kilometer langen Runde fertig und stiegen aufs Rad. Die würde ich sicher nicht mehr kriegen ;) Für mich dauerte das Schwimmen 33:39 Minuten. Neben meiner eher "moderaten" Schwimmleistung lag das auch an den langsamen Brustschwimmern (!) der vorherigen Gruppen, die plötzlich wie Bojen vor mir auftauchten und die es auf Umwegen zu umschiffen galt.

Höhenprofil der Radstrecke. Immer mal wieder ein Hügel, aber machbar.
Quelle: www.challenge-kraichgau.com

Nach dem Landgang ging es gleich Barfuß in die überfluteten Radschuhe und ab auf die 90 Kilometer lange, hügelige Runde. Jetzt begann der Spaß erst richtig, denn ich war relativ weit hinten gestartet und konnte so Hunderte (!) andere Teilnehmer überholen. Fast wäre es nicht dazu gekommen, denn um Haaresbreite hätte ich nach wenigen Kilometern im Graben gelegen – hatte vergessen, die Vorderradbremse nach dem Transport wieder zu schließen. Dummer Fehler, aber nochmal Glück gehabt. Auch später hatte ich an der Stelle Glück, wo jemand Glasscherben auf die Strecke gekippt hatte und geschätzte 50+ Teilnehmer einen (oder zwei) Platten hatten...

Ab der Hälfte der Radstrecke war das Wetter so gut, dass die Straße trocken war. Jetzt konnte ich richtig draufdrücken. Mit 2:30:34 Stunden erreichte ich am Ende sogar noch meinen zuvor angepeilten 36er Schnitt! Und ja, eine harte Radtaktik ist riskant wegen des anschließenden Halbmarathons, für den man sich ja Kraft aufsparen sollte. Aber die Idee war es, auf dem Rad ordentlich Druck zu machen und zu schauen, ob und wie stark sich das auf meine Laufleistung auswirkt.

Das harte Bahntraining auf dem Sanderrasen (Foto) hat sich ausgezahlt!

Die Antwort: Laufen ging trotz der harten Radtaktik erstaunlich gut! Ich schaffte den Halbmarathon trotz ordentlicher Hitze und der deutlichen Vorbelastung in 1:29 Stunden, wobei die letzte der 3 Runden eine ziemliche Quälerei war. Und ich muss zugeben, dass mein Körper während des Halbmarathons nur aufgrund des ständigen Gel-, Cola- und Isokonsums weiter gut funktionierte.

Nach 21 Laufkilometern dann die Erlösung an der Ziellinie mit einer Gesamtzeit von 4:38 Stunden
(meine langsamen Wechselzeiten haben nochmal 2-3 Minuten extra gekostet). Nichtsdestotrotz, persönliche Bestleistung.

Mein hart verdientes Zielfoto :)

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Keine 2 Jahre nach meinem ersten Triathlon überhaupt stehe ich nun vor der großen Herausforderung einer Ironman-Distanz bei der Challenge Roth. Ohne Pannen und frühzeitiges Überzocken ist eine Traum-Zielzeit von unter 10 Stunden in greifbarer Nähe. Feuer frei für die heiße Vorbereitungsphase!

Wer Kommentare hat, ebenfalls Feuer frei. Freue mich, wenn jeder seinen Senf dazugibt :)

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Marathon Frankfurt

WettkämpfePosted by Marko Fri, November 09, 2012 18:27:44
28. Oktober 2012, Tag der Wahrheit. Reicht es für 2:59?

Man muss seine Ziele immer so setzen, dass man es schaffen kann, aber es vielleicht auch nicht ganz reicht...

Zehn Wochen intensives Marathon-Training liegen hinter mir, sowie eine gemütliche Taper-Woche. Ich muss betonen, dass es die Idee meiner Vereinskollegen war, einen Angriff auf die 3 Stunden-Marke zu versuchen. Ich hatte anfangs selbst nicht geglaubt, die alte Bestzeit um 22 Minuten verbessern zu können. Doch nach knapp 1:25 beim Aschaffenburg Halbmarathon schien alles möglich!

Zähne zusammenbeißen bei Kilometer 40...

Bis in die Haarspitzen motiviert ging ich an den Start. 3 Grad Celsius. Im Startblock war es aber so eng, dass man sich nicht nur kaum bewegen konnte, sondern dass dort locker 25 Grad herrschten! Meine wärmende Mülltüte konnte ich also gleich wieder wegwerfen. Dann der Startschuss, und schon nach rund 45 Sekunden Stau ging es für mich offiziell ins Rennen.

Bei Kilometer 1 schaute ich auf die Uhr. 4:12. Das Tempo erschien mir sehr langsam, war aber tatsächlich sogar etwas zu schnell. Ich hatte meinen Rhythmus. Ab diesem Moment wusste ich, dass ich die 3 Stunden-Marke knacken würde!

Bis Kilometer 25 lief es super und ich musste die ganze Zeit mehr oder weniger "bremsen", um nicht am Ende einen Einbruch zu risikieren. An der 30er-Marke begann das Pushen des Tempos. 5 Kilometer später schaute ich auf die Uhr – 30 Sekunden zu langsam. Die Ermüdung setzte ein. Doch ich musste das Tempo leicht erhöhen, um sicher unter 3 Stunden zu finishen. Und das tat weh.

Geschafft! Fantastischer Zieleinlauf in der Festhalle.

Ab Kilometer 37 wurde es richtig hart. Es mag seltsam klingen, aber der eigentliche Marathon begann erst jetzt. Ringsum "starben" viele 3 Stunden-Aspiranten wie die Fliegen. Bei Kilometer 40 überholte ich den 2:59-Zugläufer, der das ganze Rennen über etwa 1 Minute vor mir war. Er sah nicht gut aus. Hat sicher nicht unter 3 Stunden gefinisht...

Auf den letzten beiden Kilometern gab ich alles und lief einen 4:11er Schnitt. Das höchste Tempo des ganzen Rennens, und nur ein einziger Gedanke: Auf keinen Fall den Fuß vom Pedal nehmen! Tunnelblick. Dann die Kurve zur Festhalle, der rote Teppich, die letzten 100 Meter. Dort wurden gerade die letzten Sekunden zur 3 Stunden-Marke heruntergezählt! Ein fantastisches Gefühl! Bei 2:59:57 lief ich über die Ziellinie. Abzüglich des Staus am Start 2:59:12. Ein Traum wurde wahr.

Den Rest könnt ihr euch denken, es war ein herrlicher Tag. Peinlich war nur der Moment, in dem ich meinen Regenerationshake mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser schütteln wollte und das ganze Zeug plötzlich durch die Gegend (und gegen Personen) flog...

Für die Vereinskollegen gibts zum Dank für die tolle Idee eine Runde Burger!

Hier noch die Zwischenzeiten. War ziemlich konstant, außer zwischen km30 und km35:

Split...Time......Min/km..km/h
05km 00:21:00 04:12 14.29
10km 00:42:19 04:16 14.08
15km 01:03:34 04:16 14.11
20km 01:24:53 04:16 14.08
25km 01:46:06 04:14 14.19
30km 02:07:20 04:15 14.13
35km 02:28:54 04:19 13.91
40km 02:50:02 04:14 14.20
-Ziel- 02:59:12 04:11 14.37

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